Herkunftssprachlicher Unterricht in Nordrhein-Westfalen. Vom ergänzenden Sprachangebot zur vernetzten mehrsprachigen Bildung

Autor/innen

  • Mostapha Boukllouâ

Schlagwörter:

Herkunftssprachlicher Unterricht, Mehrsprachigkeit, Spracherhalt, Sprachliche Bildung, Nordrhein-Westfalen

Abstract

Abstract: Der staatliche Herkunftssprachliche Unterricht (HSU) in Nordrhein-Westfalen gewinnt als Bestandteil sprachlicher Bildung von mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern deutlich an Bedeutung. Der Beitrag erläutert die gegenwärtige Ausgestaltung und aktuelle Weiterentwicklungen. Zudem legt er die rechtlichen Grundlagen des HSU, die organisatorische Struktur sowie Voraussetzungen seiner Umsetzung und Weiterentwicklung dar. Von besonderer Bedeutung ist die Neufassung von § 5 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung Sekundarstufe I (APO-S I), der nun die frühere Unterscheidung zwischen Ersatz- und Zusatzangebot aufgibt, die Herkunftssprache als eigenständige Ressource aufwertet sowie die Ausgleichsregelung für Fremdsprachenleistungen deutlich erweitert. Darüber hinaus ist der HSU nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Regelunterricht, Ganztag und Schulkultur zu denken. Offene Fragen bleiben auch zukünftig die Verzahnung des HSU mit gesamtschulischen Mehrsprachigkeitskonzepten und der Einsatz digitaler Werkzeuge.

State-provided heritage language instruction (Herkunftssprachlicher Unterricht, HSU) in North RhineWestphalia is gaining considerable importance as a component of language education for multilingual students. This article describes current provision and recent developments. It also outlines the legal framework for HSU, its organizational structure, and the conditions required for its implementation and further development. Of particular importance is the revision of Section 5 of the Education and Examination Regulations for Lower Secondary Education (APO-S I), which removes the previous distinction between provision replacing foreign language instruction and supplementary provision, recognizes the heritage language as a resource in its own right, and significantly expands the provisions for offsetting insufficient achievement in a foreign language. Furthermore, HSU should be considered not in isolation but in relation to mainstream classroom instruction, all-day school provision, and school culture. How to integrate HSU into whole-school approaches to multilingualism and how to use digital tools remain open questions. 

Autor/innen-Biografie

  • Mostapha Boukllouâ

    Mostapha Boukllouâ ist Ministerialrat und Leiter des Referats „Integration durch Bildung“ im Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Berichterstatter der Kultusministerkonferenz für Integration und Migration. Zu seinen Zuständigkeitsbereichen gehören die Kommunalen Integrationszentren, der Herkunftssprachliche Unterricht und die Mehrsprachigkeit. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Bildungssteuerung und der schulischen Integration. 

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Veröffentlicht

2026-11-02

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Rubrik

Kommentare und Diskussionsbeiträge