Dekolonialität als Leerstelle in der Agenda 2030 erkennen
– didaktische Implikationen für den Geographieunterricht
Schlagworte:
Agenda 2030, SDGs, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Kolonialitäten, DekolonialitätAbstract
Als Leitfach der BNE greift der Geographieunterricht die Agenda 2030 und ihre 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) als normativen Referenzrahmen auf. Eine rein affirmative Behandlung im Unterricht läuft jedoch Gefahr, kognitive und materielle Ungleichheiten zu entpolitisieren und eurozentrische Entwicklungsmodelle unkritisch zu reproduzieren. Vor diesem Hintergrund problematisiert der Beitrag Dekolonialität als Leerstelle der SDGs und legt offen, wie koloniale Kontinuitäten darin fortwirken. Fachdidaktisch werden vier Implikationen für einen dekolonial-reflexiven Geographieunterricht hergeleitet: die Thematisierung der SDGs als machtimmanentes Aushandlungsprodukt, die Dekonstruktion des eurozentrischen Entwicklungsbegriffs, die Reflexion staatlicher Souveränität sowie die Kritik am kapitalistischen Wirtschaftswachstum. Der Diskussionsbeitrag liefert damit Impulse für eine dekoloniale Re-Lektüre, um die Agenda 2030 im Unterricht nicht als unhinterfragte Lösung, sondern als machtkritischen Analysegegenstand zu verankern.
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