Transformative Forschung als Gratwanderung:

Methodologische, forschungspraktische und ethische Dilemmata als Nebenfolge wissenschaftspolitischer Wirkungsorientierung

Autor/innen

  • Susanne Lerche Hochschule Zittau/Görlitz, TRAWOS-Institut
  • Erhard Franz Universität Siegen, Seminar für Sozialwissenschaften
  • Nadine Jukschat Hochschule Zittau/Görlitz, TRAWOS-Institut
  • Linda Lange Hochschule Zittau/Görlitz, TRAWOS-Institut

Abstract

Der Text beleuchtet die sich verändernde Rolle der Sozialwissenschaften im Zuge Sozialen Wandels. Seit über drei Jahrzehnten findet im Kontext politischer, wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Krisen ein Paradigmenwechsel statt, der sich in transformativen, partizipativen und transdisziplinären Ansätzen widerspiegelt: Wissenschaft wird zunehmend als gestaltende Kraft gesehen, die Prognosen, Empfehlungen oder Innovationen entwickeln sollte, um soziale Transformationen zu bewältigen. Gleichzeitig wächst der Druck, Wissen öffentlich zugänglich zu machen und Bürger*innen aktiv in Forschungsprozesse einzubeziehen. Diese wechselseitige Offenheit führt zu Konflikten und Dilemmata, auf die wir vor dem Hintergrund unseres Forschungsprojekts aufmerksam machen. Die Debatte über den gesellschaftlichen Einfluss von Forschung, die implizit auch ihre Legitimität berührt, zeigt, dass die Rolle von Sozialwissenschaften im sozialen Wandel höchst ambivalent ist und eine sorgfältige Reflexion ihrer methodischen und ethischen Grenzen erfordert.

Veröffentlicht

2026-08-26